Deutsche Mineralogische Gesellschaft

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2006 Andreas Audétat (Tübingen)

Die Deutsche Mineralogische Gesellschaft verleiht den Viktor-Moritz-Goldschmidt-Preis an Herrn Dr. Andreas Audétat für seine Beiträge zum Verständnis magmatisch-hydrothermaler Erzlagerstätten. Durch die von ihm an der ETH Zürich mit entwickelte Methode zur Untersuchung einzelner Flüssigkeitseinschlüsse mit Hilfe von Laser-Ablation-ICP-MS konnte er in vielen Fällen die Evolution der Fluid-Zusammensetzung während der Kristallisation eines Plutons genau rekonstruieren. Herr Audétat konnte mit seinen Untersuchungen erstmals direkt im Gelände eine Reihe von Phänomenen nachweisen, die man bisher immer nur aus theoretischen Überlegungen heraus vermutet hatte, wie etwa (i) die extreme Anreicherung von Spurenelementen wie Sn, Cu oder Au in Fluiden bis zu mehreren 1000 ppm, (ii) den dominierenden Einfluß von Halogenen auf die Spurenelementanreicherung im Fluid und (iii) die Bedeutung der Entmischung von wässrigen Fluiden in Gasphase und Salz-reiche Lösungen für die Fraktionierung und Anreicherung von Spurenelementen. Herr Audétat hat mit seinen Arbeiten wesentlich dazu beigetragen, die Brücke zwischen Geländebeobachtung, experimentellen Studien und theoretischen Vorhersagen in der Lagerstättenforschung zu schließen. Die von ihm entwickelten Methoden werden bereits jetzt von zahlreichen Arbeitsgruppen aufgenommen und angewandt. Neuere Arbeiten von Herrn Audétat beziehen sich auf die Eigenschaften von Fluiden im Erdmantel. Sie zeigen, dass wässrige Fluide im Erdmantel selbst dann, wenn sie sehr reich an gelösten Silikaten sind, eine verblüffend niedrige Viskosität haben, was für das Verständnis subduktions-bezogener magmatischer Prozesse von fundamentaler Bedeutung ist.

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