Vom 11. bis 13. März 2026 fand erneut der gemeinsame Workshop der DMG-Sektionen „Angewandte Mineralogie“ und „Kristallographie“ im charmanten Bad Windsheim (zwischen Würzburg und Nürnberg) statt. Mit 32 Teilnehmenden aus Deutschland und Österreich setzte sich der Trend steigender Teilnehmerzahlen der letzten Jahre fort. Masterstudierende, Doktorandinnen und Doktoranden, Postdocs sowie Professorinnen und Professoren trafen auf Fachleute aus der Industrie. Da sowohl die Veranstaltung als auch die Unterbringung im selben Hotel organisiert waren, war die Atmosphäre von Beginn an freundlich und kollegial.
Den Auftakt bildete am Mittwochabend ein Vortrag von Dr. Kathrin Weber von der Refratechnik Cement GmbH, die über ihren Berufsweg als Mineralogin in der Feuerfestindustrie berichtete. Der Vortrag stieß auf große Resonanz und führte zu einer lebhaften Diskussion darüber, wie universitäre Studiengänge besser auf die Anforderungen der Industrie vorbereiten können, wie Wissenschaft und Praxis enger zusammenwachsen können und welche Kompetenzen Mineraloginnen und Mineralogen für die Branche besonders attraktiv machen. Angesichts des großen Interesses ist geplant, das Thema „Mineralog*innen in der Industrie“ beim nächsten Workshop noch stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
Insgesamt wurden 20 englischsprachige Vorträge gehalten, wobei insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs die Möglichkeit hatte, eigene Arbeiten zu präsentieren. Die Themen gliederten sich in sechs Blöcke: „Methods & Characterisation“, „Modelling & Simulation“, „Energy Materials“, „Synthesis & Reaction Mechanisms“, „Ceramics, High-Temperature Materials and Functional Materials“ sowie „Recycling & Sustainability“. Von der Energiewende über neue Materialien bis zur Kreislaufwirtschaft wurden zahlreiche gesellschaftlich relevante Fragenstellungen behandelt. Damit zeigt der jährliche Workshop der DMG-Sektionen erneut, wie breit und zukunftsorientiert die Angewandte Mineralogie und Kristallographie aufgestellt sind.
Die Veranstaltung wurde bewusst in einem zwanglosen Rahmen gestaltet. Erwünscht waren ausdrücklich nicht nur abgeschlossene Ergebnisse, sondern auch laufende Arbeiten, offene Fragen und ungelöste Problemstellungen. Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie die Kaffeepausen wurden intensiv genutzt, um Gespräche fortzuführen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam über Herausforderungen nachzudenken.
Für mich persönlich war dies nicht nur der erste Workshop dieser Art, sondern auch die erste Veranstaltung außerhalb meiner eigenen Universität. Als Studentin am Beginn meines Masterstudiums war ich positiv überrascht, wie herzlich ich in der Community aufgenommen wurde. Die vielen offenen Gespräche haben mir einen guten Einblick gegeben, wie unterschiedlich die Wege nach dem Studium aussehen können. Der Workshop hat mich zudem motiviert, mein Studium bewusster im Hinblick auf meinen weiteren Weg zu gestalten. Ich kann ihn anderen Studierenden daher nur wärmstens empfehlen.
Der nächste Workshop ist bereits in Planung – die DMG-Sektionen „Angewandte Mineralogie“ und „Kristallographie“ freuen sich auf ein Wiedersehen!
Paula Sablowski, Köln
