Liebe DMG-Mitglieder,
In den Tagen, in denen ich diese Zeilen schreibe, finden in vielen großen und kleinen Städten Deutschlands Demonstrationen und Kundgebungen gegen den erstarkenden Rechtsextremismus statt, der durch die blaugefärbten Braunen wieder in die Parlamente getragen wird. Bevor ich jedoch weiter darauf eingehe, möchte ich ein paar demographische Daten über unsere DMG mit Euch teilen, die, wie ich finde, ein recht optimistisches Bild für die Zukunft vorzeichnen. Ich beziehe mich hier auf langfristige Entwicklungen, weil ich glaube, dass man aus kurzfristigen Schwankungen nicht viel herauslesen kann.
Die Entwicklung der Mitgliederzahlen der DMG seit Gründung der Bundesrepublik lässt sich grob in zwei Phasen einteilen (Abb.1): seit der Neugründung der Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg bis kurz nach der deutschen Wiedervereinigung wuchs die Mitgliederzahl linear an (mit etwa 35 pro Jahr). Seither fluktuiert sie nun um einen Wert von etwa 1500 Mitgliedern.
Für die Zukunft der Gesellschaft sind jedoch, wie ich meine, nicht allein die Gesamtzahlen relevant, sondern vor allem auch die Altersstruktur. Hier zeigt sich für die DMG eine gesunde und nachhaltige Verteilung mit einer gleichmäßigen und repräsentativen Verteilung über alle Altersgruppen (Abb.2 und 3). Etwa die Hälfte der Mitglieder ist unter fünfzig Jahre alt, und alle Lebensjahrzehnte haben ähnliche Anteile an der Altersverteilung (Abb.2). Insofern ist in der DMG eine gesunde Mischung aus Erfahrung und Nachwuchs repräsentiert.
Aus dem Histogramm in Abb.3 lassen sich zudem wohl verschiedene Dinge ablesen: die Zahl der Mitglieder ab 45 Jahren und älter folgt in etwa den Geburtenraten dieser Jahrgänge (abgeschwächt durch die natürliche Lebenserwartung bei den hohen Altern). Das Histogramm zeigt auch, dass uns die Mitglieder auch nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Berufsleben erhalten bleiben, so dass die Zahlen zu hohen Altern langsam abnehmen, statt bei einem Alter von Mitte/Ende 60 einzubrechen.
Bei den jungen Mitgliedern gibt es erfreulich hohe Zahlen, die trotz der weiterhin niedrigen Geburtenraten, sogar am stärksten vertreten sind. Diese Gruppe beinhaltet den Großteil der Studierenden (Bachelor, Master und Doktoranden), die einen ermäßigten Mitgliedsbeitrag bezahlen und mit einem Anteil von etwa 20 % der Mitglieder einen etwa doppelt so großen Anteil haben, wie bei den drei anderen großen, im DVGeo organisierten Gesellschaften. Gerade diese deutliche Repräsentation an jungen Mitgliedern lässt mich optimistisch in die Zukunft der DMG blicken.
Bei der letzten Wahl habt Ihr mit Ina Alt (VU Amsterdam) eine Person aus dieser Nachwuchsgruppe zur Schriftführerin gewählt und damit in den engeren Vorstand abgeordnet. Außerdem hat die letzte Vollversammlung in Wien entschieden unsere Nachwuchsgruppe YoungMins in den Status einer Arbeitsgruppe zu heben, so dass sie im erweiterten Vorstand vertreten sind. Ich hoffe, dass sich die jüngere Hälfte der DMG-Mitglieder durch all diese Entwicklungen ermutigt fühlt, in Zukunft weiter Verantwortung zu übernehmen und die Zukunft der Gesellschaft zu gestalten. Gerade im Prozess um die Stärkung des DVGeo und die Vereinigung der deutschen geowissenschaftlichen Gesellschaften, ist Eure Stimme besonders wichtig!



