Deutsche Mineralogische Gesellschaft

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Thomas Rose (†2026)

Mit großer Bestürzung und tiefer Trauer haben wir vom viel zu frühen Tod unseres ehemaligen Kollegen und Freundes Thomas Rose erfahren. Sein plötzlicher Tod ist ein schmerzlicher Verlust für alle, die das Privileg hatten, ihn zu kennen und mit ihm zusammenzuarbeiten, ebenso wie für die internationale Gemeinschaft der Archäometrie.

Thomas studierte Archäologie an der Universität Tübingen und schloss das Studium 2013 mit einem Bachelor ab. Danach ging er an die Universität Frankfurt, um von 2013–2018 einen Bachelor- und Master-Studiengang in Archäometrie/Geowissenschaften zu absolvieren. Im Anschluss führte Thomas als Gastwissenschaftler am Deutschen Bergbau-Museum Bochum ein experimentell-archäologisches Forschungsprojekt durch, bevor er dann seine Promotion an der Ben-Gurion University of the Negev und der Sapienza Università di Roma in Angriff nahm und 2023 abschloss. Schon vor Abschluss der Promotion nahm er seine Tätigkeit als Koordinator bei der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur für Geowissenschaften (NFDI4Earth) an der Universität Frankfurt auf. Das Konsortium wurde zu der Zeit ins Leben gerufen, sodass Thomas an der Projektgründung beteiligt war. Zwei Jahre später kehrte Thomas als wissenschaftlicher Mitarbeiter im GlobaLID/TerraLID-Projekt – einer Initiative, die aus seiner eigenen Idee hervorgegangen war und sein Herzensprojekt darstellte – an das Deutsche Bergbau-Museum Bochum zurück. Im Januar 2026 begann für Thomas ein neuer und vielversprechender Abschnitt seiner wissenschaftlichen Laufbahn, als er als Assistant Professor of Archaeometallurgy am Department of Materials Science and Engineering des Massachusetts Institute of Technology (MIT) seine Tätigkeit aufnahm. Dort begann er mit dem Aufbau eines Forschungsprogramms, das die Rekonstruktion antiker metallurgischer Technologien mit geochemischen und experimentellen Ansätzen, digitalen Forschungsinfrastrukturen sowie offener und reproduzierbarer Wissenschaft verband. Seine Berufung an das MIT war sowohl eine Anerkennung dessen, was er bereits erreicht hatte, als auch ein Ausdruck des großen Potenzials dessen, was noch vor ihm lag.

Thomas war Geowissenschaftler und Archäologe und verband in seiner Forschung Archäometallurgie, Mineralogie, Geochemie, experimentelle Archäologie, Isotopenanalytik und digitale Methoden. In seiner Promotion beschäftigte er sich mit den Anfängen der Kupferpyrotechnologie in Westasien, mit besonderem Schwerpunkt auf der Metallurgie der chalkolithischen südlichen Levante. Seine zahlreichen Publikationen und Beiträge ließen bereits erkennen, welches außergewöhnliche wissenschaftliche Potenzial in einer Karriere lag, die eigentlich noch ganz am Anfang stand. In der NFDI4Earth entwickelte er das Living Handbook und sorgte dafür, dass es auf die Bedürfnisse der Konsortien abgestimmt war. Mit seiner ihm eigenen, zielstrebigen und effizienten Art meisterte er die Herausforderungen des Vorhabens und hinterließ nach seinem Weggang eine spürbare Lücke.

Thomas Rose engagierte sich schon früh in der DMG, war 2017–18 studentisches Mitglied des Beirats und seit 2022 unser Kassenwart und zuweilen auch Kassenprüfer. Noch vor drei Wochen war er online bei der letzten Kassenprüfung dabei, in Vorbereitung auf die Mitgliederversammlung im September. Sein Engagement für die Gesellschaft zeigte sich außerdem bei der Gründung von GeStEIN (dem Geowissenschaftlichen Studentischen Erfahrungs- und Interessensnetzwerk) für das er in den ersten zwei Jahren als Schriftführer und weitere zwei Jahre als Kassenwart fungierte.

Wir werden Thomas nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Leistungen und seines zuverlässigen Engagements in der DMG in Erinnerung behalten, sondern vor allem als Kollegen und Freund. Die Erinnerung an ihn wird bei uns bleiben – ebenso wie das wissenschaftliche Vermächtnis, das er hinterlässt.

Thomas Rose wurde 37 Jahre alt. Möge er in Frieden ruhen.

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