Jahrestagung Archäometrie und Denkmalpflege in Köln 2001

Die Tagung fand von Mittwoch dem 5. bis Samstag den 8. September 2001 in den Räumen des Geisteswissenschaftlichen Zentrums der Fachhochschule in Köln statt. Eingeladen hatte Prof. Dr. Robert Fuchs vom Fachbereich Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut der Fachhochschule. Er leitete auch die örtliche Organisation der Tagung, während die Hintergrund-Organisation vom Sprecher des Arbeitskreises Archäometrie und Denkmalpflege der DMG durchgeführt wurde. Das wissenschaftliche Programm (s.u.) von Mittwoch bis Freitag war mit 40 Vorträgen und 10 Postervorstellungen zu ganz unterschiedlichen Themen der Archäometrie gut gefüllt und vielseitig und bot den fast 80 Teilnehmern eine breite Information. Fast alle Tagungsbeiträge sind als erweiterte Kurzfassungen veröffentlicht in: Schüssler, U. & Fuchs, R. (Hrsg.)(2001): Archäometrie und Denkmalpflege – Kurzberichte 2001, Würzburg, ISSN 0949-4057.

Eröffnet wurde die Tagung am Mittwoch Vormittag durch den Rektor der Fachhochschule, Prof. Dr. Joachim Metzner. Am Abend wurden die Tagungsteilnehmer durch die Kanzlerin der Fachhochschule, Frau Dr. Gisela Nagel begrüsst. Mit einem Büffet war für das leibliche Wohl gesorgt. Während des Büffet konnte in der benachbarten Bibliothek eine der weltgrößten Buchsammlungen aus dem Bereich Farbmusterbücher und Farbmetrik mit einigen sehr wertvollen Bänden besichtigt werden. Anschliessend hielt Dr. Tilman Lenssen-Erz im Auditorium Maximum den öffentlichen Abendvortrag zum Thema „Pinsel – Grabstock – Bogen: Prähistorische Überlebenskünstler in Afrika und die Rolle des Restaurators“. Dr. Lenssen-Erz ist Leiter der Felsbildforschung am Ernst-Barth-Institut in Köln und berichtete über neue Untersuchungen der Felsmalereien am Brandberg in Namibia.

Am Donnerstag Abend konnten die Tagungsteilnehmer nach den Vortragssitzungen und der Mitgliederversammlung die verschiedenen Labors des Fachbereiches Restaurierung und Konservierung von Kunst- und Kulturgut besichtigen. Es ging vor allem um die Themen Papier, Gemälde und Stein. Anhand von Fallbeispielen wurden die Vorgehensweise, aber auch die Probleme bei der Restaurierung erläutert. Außerdem ergaben sich Einblicke in die Ausbildung von Restauratoren.

Am Freitag Abend wurde den Teilnehmern mit der Einladung zu einer Vernissage ein ganz besonderer Leckerbissen geboten: Im Wallraf-Richartz-Museum in Köln wurde die Corboudsammlung „Miracle de la couleur“ eröffnet. Diese Sammlung des Schweizers Gérard J. Corboud ging im Frühjahr 2001 als Stiftung in Form einer „Ewigen Leihgabe“ an das Museum über und umfasst zahlreiche Werke des Impressionismus und Neoimpressionismus (Namen wie Courbet, Pissarro, Sisley, Cézanne, Monet, Morisot, Caillebotte und Van Gogh findet man in der Sammlung nicht nur einmal).

Die traditionelle Nachexkursion am Samstag führte vormittags in den Hohen Dom zu Köln. Zunächst wurde ein auf Pergament gezeichneter 6,5 Meter hoher mittelalterlicher Aufriss der Vorderfront (Westfront) des Domes gezeigt, der normalerweise nicht zugänglich ist. Danach führte Dr. Georg Hauser, Leiter der Domgrabung, eine Gruppe der Teilnehmer in den Untergrund des Domes, wo in grossräumigen Ausgrabungen Reste des alten karolingischen Domes und Reste aus der römerzeitlichen Besiedlung Kölns zu sehen waren. Eine zweite Gruppe wurde von Dr. Marc Steinmann vom Deutschen Verein für Kunstwissenschaft in luftigere Bereiche des Doms geführt. Mit dem Gerüstaufzug ging es zunächst zum Dach der Seitenschiffe und dann auf einem Rundgang abwechselnd in die Innen- und Aussenbereiche dieses Höhenlevels. Zum Abschluss wurde wieder mit dem Gerüstaufzug die Höhe des Hauptdaches erreicht und besichtigt. Thema der Führung waren Fragen der Baugeschichte, der Bauart und Bautechnik, der Baumaterialien (Bleidach, verschiedene Natursteine), der Korrosion und Restaurierung, Kriegsschäden sowie Denkmalschutz und Denkmalpflege. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit Rheinblick im Stapelhaus führte Herr Dr. Rottländer eine Gruppe von Teilnehmern zu weiteren Ausgrabungen im Kölner Untergrund.