Jahrestagung Archäometrie und Denkmalpflege in Berlin 2003

Die Tagung wurde gemeinsam veranstaltet vom Arbeitskreis der GDCh, von unserem Arbeitskreis und vom Rathgen-Forschungslabor, Staatliche Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz und fand vom 12. bis zum 14. März am Ethnologischen Museum in Berlin statt. Die Organisation lag diesmal in Händen des AK-Sprechers der GDCh, Prof. Dr. Robert Fuchs, und vor allem der Berliner vor-Ort-Organisation mit Dr. Christian Goedicke, Dr. Oliver Hahn, Dr. Ingo Horn, Andreas Kurzweil, Dr. Heike Stege und etlichen anderen Helfern. Ihnen allen sei an dieser Stelle für die Vorbereitung einer wirklich schönen und erfolgreichen Tagung gedankt. Mit 130 Teilnehmern war es eine der grösseren AK-Tagungen, allerdings kamen dabei nur 20 Teilnehmer aus unserem Arbeitskreis. Themenbereiche waren Denkmalpflege, Keramik, Glas, Metall, organische Materialien, Stein, Pigmente und Methoden. Die Kurzfassungen aller Tagungsbeiträge sind publiziert in O. Hahn, C. Goedicke, R. Fuchs , I. Horn (2003): Archäometrie und Denkmalpflege – Kurzberichte 2003. ISSN 0949-4057. Ausserdem sind die Kurzfassungen auf der homepage des Arbeitskreises der GDCh als pdf-files im Internet zu finden.

Breiter Raum wurde den Posterpräsentationen eingeräumt, die mit einer jeweils dreiminütigen Kurzvorstellung verknüpft waren. Die drei besten Poster wurden prämiert. Aus mineralogischer Sicht erfreulicherweise gingen dabei die ersten beiden Plätze an Mineralogen: Den ersten Preis erhielt die Arbeitsgruppe von Dr. Andreas Kronz (Göttingen) mit I. Bivour und M. Deiste. Andreas Kronz kommt ursprünglich aus der Gruppe um Herrn Prof. Keesmann in Mainz; er beschäftigt sich schon seit seinem Studium und auch im Rahmen der Dissertation mit Archäometallurgie (vor- und frühneuzeitliche Eisentechnologie im Lahn-Dill-Gebiet, Phasenbeziehungen und Kristallisationsmechanismen in fayalitischen Schmelzsystemen) und leitet seit 1997 das Mikrosonden-Labor in Göttingen. In Berlin stellte er (u.a.) die Ergebnisse der Bachelor-Arbeit von Frau Bivour vor: „Flugpartikel mittelalterlicher Verhüttung aus dem Westharz“. Der zweite Preis ging an die Arbeitsgruppe um Dr. Sophie Wolf (Fribourg) mit M. Ruffieux und M. Mauvilly für die Präsentation „Pottery Production in the First Iron Age in Western Switzerland: Implications on the Technological Evolution and Socio-Economical Changes“. Sophie Wolf  studierte in Köln und beschäftigt sich seitdem mit archäometrischen Untersuchungen an keramischem Material, überwiegend in der Gruppe um Prof. Maggetti in Fribourg, abgesehen von einem 18-monatigen Postdoktoranden-Projekt am Research Laboratory for Archaeology and the History of Art, Oxford. Den dritten Preis erhielten M. Malzer, B. Kanngießer, I. Reiche, T. Gabsch und R.D. Gadebusch für ihren Poster „Untersuchung von Malereischichten an Indischen Moghul Miniaturen mit einem neuen tiefensensitiven Mikro-RFA Aufbau“.

Der erste Tagungsabend wurde veredelt durch den Empfang des Generaldirektors der Staatlichen Museen zu Berlin mit Begrüssung durch den stellvertretenden Generaldirektor G. Schauerte. Die Teilnehmer konnten sich an einem üppigen Büffet mit erlesenen Köstlichkeiten stärken. In der Remise des Ägyptischen Museums in Berlin-Charlottenburg war der zweite Tagungsabend der Mitgliederversammlung und dem öffentlichen Abendvortrag vorbehalten. Die Mitgliederversammlung beschäftigte sich u.a. mit Themen wie den Präsentationsmöglichkeiten thematischer Arbeitsgruppen im Internet oder der Motivation von Nachwuchswissenschaftlern für die Archäometrie. Bei dem Abendvortrag von Herrn D. Wildung ging es um die „Anwendung der Computertomographie in der Ägyptologie“, mit deren Hilfe z.B. spektakuläre Erkenntnisse zum weltberühmten Kopf der vergöttlichten Königin Teje, der Mutter Echnatons und Schwiegermutter der Nofretete, gewonnen wurden. In einer anschliessenden Museumsbegehung konnte nebst Nofretete auch diese Kopf der Teje bewundert werden.