"MinWien 1999"

28. August – 1. September 1999

Die MinWien 1999 fand im "Geozentrum" an der Universität Wien statt, das für viele wohl als architektonisch durchaus durchdachtes, modernes Forschungszentrum gilt, auf andere jedoch einen etwas "nüchternen" Eindruck machte.

Die österreichische Bundeshauptstadt zeigte sich an vier der fünf Tage, was das Wetter betraf, von seiner angenehmen Seite, so daß so mancher der Kongreßteilnehmer zwischendurch auch die Gelegenheit wahrnahm, in dieser wunderschönen Stadt etwas herumzukommen. Abstecher zum Stephansdom, zur Hofburg, in die Kärntnerstraße, auf die Donauinsel, ja sogar zum Prater und zur UNO – City durften dabei nicht fehlen. Zu diesen "persönlich" gewählten Rahmenprogrammen kam noch der kulinarische Höhepunkt der Tagung bei der Weinverkostung in Gumpoldskirchen, wo wir vom Bürgermeister, Herrn Doktor R. Göd, selbst Mineraloge, herzlich begrüßt wurden.

Das romantische Orgelkonzert von Herrn Pecherer in der Votivkirche verzauberte wohl die meisten der Zuhörer.

Äußerst positiv ist das gute Tagungsklima zu bewerten. Die Zusammenarbeit der deutschen, österreichischen und ungarischen Gesellschaften war dabei sehr fruchtbar, was sich an dem regen Interesse zahlreicher Wissenschaftler an der MinWien 1999 zeigte. Durch die Teilnahme aller drei Gesellschaften wurde das wissenschaftliche Niveau sehr günstig beeinflußt. Bedauerlicherweise wurde eine relativ große Zahl an Vorträgen und Sitzungen in deutscher Sprache abgehalten, was in Anbetracht der Anwesenheit unserer ungarischen Kollegen nicht angemessen war. Auch die Vorstellung der Vortragenden durch den Vorsitzenden erfolgte leider häufig auf deutsch, auch wenn der Redner/die Rednerin nicht aus dem deutschsprachigen Raum stammte.

Die Themenbereiche der Vortragenden umspannten viele Teilgebiete der Erdwissenschaften (Mineralogie und Kristallographie, Petrologie, Geochemie, Ange-wandte Mineralogie und Geologie).

Insbesondere war die starke Beteiligung junger Wissenschafter an der Tagung sehr erfreulich, was die positiven Perspektiven für die zukünftige Entwicklung unserer Wissenschaft zum Ausdruck brachte.

Die nachmittäglichen Posterpräsentationen ermöglichten Diskussionen und regen Erfahrungsaustausch sowie Unterhaltungen in einem gemütlichen Rahmen, bei einem guten Kaffee und Knabbereien.

Als kleinen Wermutstropfen empfanden wir bei der Abschlußveranstaltung die Abwesenheit fast aller Personen, die mit diversen Preisen bedacht wurden. In Zukunft sollten diese Wissenschaftler vorher rechtzeitig informiert werden, um die Preise auch persönlich entgegennehmen zu können.

Alles in allem konnten bei der Abschlußveranstaltung alle Redner mit Recht eine positive Bilanz der Tagung ziehen, für deren Gelingen auch viele im Hintergrund arbeitende Personen beitrugen.

Wir hoffen, daß diese Tagung auch in Zukunft in einer ähnlichen Form fortgeführt wird, mit ebenso vielen Teilnehmern wie dieses Jahr.

Povoden, E., Horacek, M., Abart, R., Mogessie, A., Christensen, A.

Institut für Mineralogie–Kristallographie und Petrologie, Karl–Franzens Universität Graz, Österreich